Second Brain mit Obsidian & Claude Code: KI mit dauerhaftem Gedächtnis
Wie du Obsidian, Claude Code und MCP kombinierst, um ein persönliches Wissenssystem aufzubauen, das sich an Projekte, Entscheidungen und vergangene Gespräche erinnert.
Warum Claude sich normalerweise an nichts erinnert
Jede neue Claude-Code-Session beginnt bei Null.
Egal wie lange du an einem Projekt gearbeitet hast — Claude kennt keine früheren Entscheidungen, keine Architekturdokumente, keinen technischen Hintergrund. Alles muss von vorne erklärt werden.
Für kleine Aufgaben ist das kein Problem. Bei größeren Projekten nervt es.
Die Lösung: Claude nicht nur Zugriff auf den aktuellen Code geben, sondern auf eine dauerhaft gepflegte Wissensbasis.
Genau das ermöglicht die Kombination aus Obsidian, MCP und Claude Code.
Was steckt hinter dem "Second Brain"?
Ein Second Brain ist eine persönliche Wissensdatenbank — alles an einem Ort statt verteilt über zehn Tools:
- Projektentscheidungen
- Meeting-Notizen
- Architekturdokumentation
- Ideen und Recherche-Ergebnisse
Mit einem MCP-Server kann Claude Code direkt darauf zugreifen. Claude arbeitet dann nicht mehr nur mit dem aktuellen Chatverlauf, sondern mit allem, was du jemals dokumentiert hast.
Obsidian Vault → MCP-Server → Claude Code
Lesen • Schreiben • Verknüpfen
Der Unterschied ist spürbar. Claude fühlt sich plötzlich eher nach einem technischen Mitarbeiter an als nach einem Chatbot mit Amnesie.
Was du brauchst
Drei Teile, mehr nicht:
- Obsidian als Wissensspeicher
- Ein MCP-Server als Schnittstelle
- Claude Code als Arbeitsoberfläche
Alle Daten bleiben als Markdown-Dateien lokal. Kein Vendor-Lock-in, keine proprietäre Datenbank.
Einrichtung in unter 30 Minuten
# Obsidian: https://obsidian.md
npm install -g obsidian-mcp
Claude Code Config:
{
"obsidian": {
"command": "npx",
"args": ["-y", "obsidian-mcp", "/pfad/zum/vault"]
}
}
Nach einem Neustart hat Claude Zugriff auf den Vault.
Eine Struktur, die nicht nach drei Monaten kollabiert
Der häufigste Fehler: einfach loslegen ohne Regeln.
Ohne Struktur entstehen doppelte Seiten, widersprüchliche Informationen und ein Vault, in dem du selbst nichts mehr findest — geschweige denn Claude.
Was funktioniert:
raw/ → Originalquellen, unverändert
wiki/ → aufbereitete Wissensseiten
index.md → zentrale Navigation
log.md → Änderungsprotokoll
Das Prinzip stammt von Andrej Karpathy: Rohdaten bleiben unberührt, daraus entstehen strukturierte Seiten. Klingt einfach, macht aber den entscheidenden Unterschied.
Drei Operationen, die alles zusammenhalten
INGEST → neue Infos aufnehmen
QUERY → Wissen abrufen
LINT → Fehler und Inkonsistenzen finden
Mehr braucht es nicht, um tausende Notizen dauerhaft konsistent zu halten.
Wo es schief geht
Schlechte Suche. Viele MCP-Implementierungen suchen nur nach exakten Phrasen. Das klingt erst mal okay, aber in der Praxis heißt das: Du weißt, dass die Information irgendwo liegt — Claude findet sie trotzdem nicht. Achte darauf, dass das Suchsystem einzelne Begriffe kombiniert, nicht nur Phrasen matched.
Keine Regeln. Ohne eine zentrale CLAUDE.md wird der Vault früher oder später chaotisch. Definiere früh Namenskonventionen, Ordnerstruktur und Dokumentationsstandards. Einmal aufschreiben, nie wieder darüber nachdenken.
Fazit
Obsidian + MCP + Claude Code löst ein grundlegendes Problem: Claude vergisst nach jeder Session alles.
Mit diesem Setup baut sich über Zeit ein Wissensstand auf, den Claude mit in jede Session bringt. Statt immer wieder bei Null zu erklären, kommt Claude zunehmend mit echtem Kontext ins Gespräch.
Je mehr du dokumentierst, desto mehr gibt es zurückzubekommen.